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Eltern Stärken! Sich unterstützen lassen – zugleich der Forschung helfen.

Wie kommen Jugendliche mit Computerspielstörungen an Beratung und Behandlung? Woher kommt die Information, dass überhaupt eine behandlungsbedürftige Problematik vorliegt und nicht nur ein mit Leidenschaft und Intensität ausgeübtes Hobby, mit dem man manchmal über die Stränge schlägt und dabei Pflichten vernachlässigt?

Seit Jahrzehnten und auch heute noch sind es überwiegend die Eltern, die den Kontakt mit den Spezialistinnen und Spezialisten in Suchtberatungsstellen aufsuchen. Es sind Eltern, die befürchten, dass sie den Kontakt zu ihrem Sohn oder ihrer Tochter verlieren, der oder die in ihren Augen im Spiel zu versinken droht.

Eltern sind dabei aber nicht nur eine Art Wächter über das Befinden ihrer Kinder. Das Computerspiel stört die Familienharmonie beträchtlich und schafft Leiden bei den Eltern. Viele fühlen sich von ihrem Kind entfremdet, als sei ihr Kind in eine andere Welt entschwunden, in die die Eltern ihr oder ihm nicht folgen können. Gespräche innerhalb der Familie scheinen auf Streitgespräche über Mediennutzung reduziert zu werden. Dabei wachsen die Sorgen über die berufliche Zukunft in einer Phase, in der gewöhnlich wichtige Weichen gestellt werden.

In einer solchen Situation schöpfen die Eltern in der Regel alle ihre Möglichkeiten aus, um die Lage irgendwie verändern zu können. Mangels durchschlagender Erfolge gelangen sie nicht selten in Situationen von Rat- und Hilflosigkeit. Dafür werden Unterstützungsangebote gebraucht!

 

Ein neues Angebot für Eltern: Das ISES! Onlinetraining

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Tübingen hat in Kooperation mit der Sektion Suchtmedizin und Suchtforschung mit der Erprobung eines speziell für betroffene Eltern entwickelten Onlinetrainings begonnen. Das sogenannte „ISES! Onlinetraining“ richtet sich an Eltern, die die Internetnutzung ihres Kindes (12 – 21 Jahre) als problematisch wahrnehmen. Im Rahmen einer Studie kann das Unterstützungsangebot kostenlos ausprobiert und können wichtige Anregungen zur Weiterentwicklung der familiären Situation mitgenommen werden. Das Onlinetraining behandelt neben der Einführung in die Internetsucht auch andere wichtige Themen wie die Eltern-Kind-Beziehung, Kommunikationsstrategien oder den Umgang mit Eskalation. Unterstützend begleiten drei anschauliche Beispielfamilien durch alle sechs Module des Onlinetrainings. Je nach Studienbedingung kann unterstützend sogar persönlicher, digitaler Kontakt genutzt werden.

Weitere Informationen und ein Einblick in das ISES! Onlinetraining sind unter folgendem Link zu finden: https://www.medizin.uni-tuebingen.de/en-de/internetbezogene-stoerungen-ises/ises-onlinetraining.