Auf dieser Website wird der Begriff „Internetsucht“ gebraucht. Warum eigentlich? Andere verwenden Begriffe wie „Onlinesucht“ oder „Medienabhängigkeit“, wieder andere Sprachungetüme wie „pathologischer Internetgebrauch“, „internetbezogene Störung“ oder „Internet- und Computerspielabhängigkeit“. So viele Begriffe für ein und dasselbe Problem? Haben die Wissenschaftler etwa die Angelegenheit noch nicht richtig begriffen, wenn sie sich nicht mal auf einen Begriff einigen können? Weiß die rechte Hand nicht, was die linke tut? Zwar ist es ganz so schlimm nicht, macht jedoch einen unseriösen Eindruck. Das sollte sich sicherlich rasch ändern.

Der Begriff „Internetsucht“ hat zwei Vorteile:

1. „Internetsucht“ war der erste Begriff, der verwendet wurde – zunächst in seiner englischsprachigen Form „internet addiction“. Um das Jahr 1995 herum tauchte der Begriff erstmals in den US-amerikanischen Medien auf. Ein guter Grund für das Wort „Internetsucht“, finde ich.

2. Ein weiterer guter Grund ist, dass der Begriff sowohl in der Wissenschaft als auch in der allgemeinen Internetsuche am häufigsten verwendet wird. Eine Recherche gibt Aufschluss: In der internationalen Wissenschaft nutzt man eindeutig am häufigsten „internet addiction“. Dies kann jede und jeder zum Beispiel in der öffentlichen Datenbank PubMed nachprüfen. Die Website schlägt bereits „internet addiction“ vor, wenn man nur „internet“ eingibt. Das Ergebnis sind 2.022 Einträge (Stand: 28. März 2017). Welcher Begriff aber wird in Deutschland am meisten im Internet gesucht? Hier hilft die praktische Google-Applikation Google Trends.

Wer sich bei Google Trends die Zeit nimmt, verschiedene Begriffe auszuprobieren, erhält interessante vergleichende Statistiken. Nach diesen Erkenntnissen ist in Deutschland „Internetsucht“ der Begriff, von dem sich die meisten Menschen relevante Informationen zum Thema versprechen. Daher sollte dies auch der Begriff der Wahl sein.

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Kay Uwe Petersen

Kay Uwe Petersen

Dr. Kay Uwe Petersen ist Diplom-Psychologe und Projektleiter an der Sektion Suchtforschung des Universitätsklinikums Tübingen. Internetsucht ist sein Spezialthema.