Sie bemerken, dass Ihre Internetnutzung Überhand nimmt und möchten gegensteuern? Unsere Tipps sollen helfen, das Internet wieder ausgewogen und selbstbestimmt zu nutzen. Nutzen Sie sie als Anhaltspunkte, ins Gleichgewicht zu kommen, ersten Problemen in Ihrer Internetnutzung entgegen zu wirken und anderen Bereichen in Ihrem Leben wieder mehr Raum zu geben.

Verschaffen Sie sich einen Überblick

Vermutlich hat die Internetnutzung schleichend immer mehr Ihrer Zeit beansprucht und so andere Interessen oder Hobbys verdrängt. Denken Sie einmal darüber nach, wie viel Zeit Ihres Tages für die Internetnutzung drauf geht: ob am Handy, direkt nach dem Aufwachen, oder am Computer, vielleicht sogar bis in die Nacht hinein. Womöglich werden Sie überrascht sein, wie viel Zeit dafür auf der Strecke bleibt.

Verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, wann und wie lange Sie im Internet sind und was Sie dort tun.

  • Wann sind Sie ganz automatisch im Internet? Vielleicht wenn Sie an der Bushaltestelle warten und nur mal schnell Facebook checken?
  • Und wann ist es besonders wichtig für Sie, ins Internet zu gehen? Vielleicht wenn es gerade Ärger gab oder Sie gefrustet sind?

Um etwas am eigenen Verhalten zu ändern, ist es wichtig, erst mal eine Bestandaufnahme zu machen und dabei möglichst ehrlich und schonungslos zu sein.

Werkzeuge zur Selbstbeobachtung

Um Ihre Internetnutzung zu beobachten, gibt es verschiedene Herangehensweisen. Sie können sich zum Beispiel von Hand eine Tabelle erstellen, in der Sie sich Notizen machen: Wie lange Sie im Internet sind, was Sie dort genau machen und wie dies Ihre Stimmung beeinflusst hat. Auf der Seite unserer Kollegen in Hamburg finden Sie ein schönes Beispiel, wie so ein Tagebuch aussehen kann.

Es gibt auch Apps, mit denen Sie Ihre Smartphone-Nutzung genauer unter die Lupe nehmen können. Sie können dann genau sehen, wie oft Sie auf welche Apps zugegriffen haben und wie viel Zeit Sie insgesamt am Smartphone waren. Beispiele für solche Apps sind zum Beispiel Offtime oder Menthal.

Hinweis: Diese Tipps ersetzen keine Beratung oder Behandlung. Bitte suchen Sie sich immer auch professionelle Hilfe vor Ort! Besonders wenn Sie schon unter Beeinträchtigungen und Konsequenzen Ihrer Internetnutzung leiden. In unserer Datenbank finden Hilfsangebote in Ihrer Nähe.

Sara Hanke

Sara Hanke

Sara Hanke ist Diplom-Psychologin an der Sektion Suchtforschung der Universitätsklinik Tübingen. Sie berät Patientinnen und Patienten der Internetsucht-Ambulanz.